Embedded Finance verändert das Bankwesen grundlegend und stellt Finanzinstitute vor die Wahl, entweder mit Fintechs zu konkurrieren oder sich für einen beiderseitigen Nutzen zusammenzuschließen. Beim Embedded Finance Review Meetup in Frankfurt diskutierten Fachleute von BCG, Tide, Holvi, Banxware und weiteren Unternehmen beide Ansätze eingehend. Letztendlich zeigte sich, dass klug konzipierte Kooperationen – wie die Zusammenarbeit von HVB und Banxware – Banken dabei unterstützen können, in einem sich wandelnden Markt relevant zu bleiben und langfristiges Wachstum zu sichern.
„Als Bank kannst du Embedded Finance wie zwei Seiten einer Medaille betrachten: Auf der einen Seite steht mehr Wettbewerb und eine potenziell bedrohte Kundenbasis. Auf der anderen Seite warten neue Kunden, geringere Akquisekosten und ein verbessertes Kundenerlebnis.“ –Dr. Markus Ampenberger, Managing Director & Partner bei BCG
Diese Aussage von Dr. Markus Ampenberger, geteilt auf dem Embedded Finance Review Meetup in Frankfurt, brachte einen entscheidenden Aspekt der Diskussion auf den Punkt: Sollten Banken Embedded Finance als Bedrohung sehen und sich auf Konkurrenz einstellen – oder liegt in Kooperation der Schlüssel zum langfristigen Erfolg?
Bei dem Event kamen führende Köpfe aus dem klassischen Bankwesen und der Fintech-Welt zusammen, darunter Lars Markull (Embedded Finance Review), Dora Ziambra (Tide), Alex Mueller (Holvi), Mickaël Bellaïche (Redstone), Dr. Ampenberger (BCG), Miriam Wohlfahrt (Banxware) und Mandya Aziz (Banxware), um genau diese Frage zu beleuchten.
Die wachsende Bedeutung von Embedded Finance
Unter Embedded Finance versteht man die nahtlose Einbindung traditioneller Finanzprodukte – ob Zahlungsverkehr, Kreditvergabe oder Versicherungen – in Plattformen, auf denen Nutzer*innen ohnehin aktiv sind, etwa E-Commerce-Marktplätze oder Buchhaltungsprogramme. Statt die Kundschaft auf ein separates Bankportal umzuleiten, laufen finanzielle Prozesse direkt im bestehenden Workflow.
Für dich als Bank bedeutet das eine Chance, tiefere Kundenbeziehungen zu knüpfen und neue Märkte zu erschließen. Wie Dr. Ampenberger betont, sorgt Embedded Finance für optimierte Kundenerlebnisse und geringere Akquisitionskosten. Wenn du jedoch zu zögerlich reagierst, riskierst du, treue Kund*innen an schnellere Fintechs zu verlieren, die mit benutzerfreundlichen Online-Services punkten.
Banken vs. Fintechs: das Konkurrenzdilemma
Im Rahmen des Meetups wurde klar, dass traditionelle Banken häufig das Bedürfnis haben, jede Stufe der Wertschöpfungskette im Alleingang zu kontrollieren. Damit stehen sie im direkten Wettbewerb zu Fintechs, die auf schnelle Innovation, digitale Lösungen und auf individuelle Bedürfnisse – besonders für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) – ausgelegt sind.
- Verlust von Marktanteilen: Bieten Fintechs raschere, bequemere Services an, könnten KMUs schneller abwandern.
- Hohe Entwicklungskosten: Eigene Fintech-Entwicklungen können zeit- und kostenintensiv sein.
- Regulatorische Hürden: Strenge Vorgaben bremsen oder verzögern Innovationen, während Fintechs oft flexibler reagieren können.
Klar, reiner Wettbewerb kann kurzfristig attraktiv wirken. Allerdings wird dabei schnell übersehen, dass strategische Partnerschaften das Potenzial haben, das Wissen und das regulatorische Know-how von Banken mit der Agilität und Kundenorientierung von Fintechs zu vereinen.
Warum Kooperation der bessere Weg sein kann
Ist Konkurrenz also eher eine Sackgasse? Viele Stimmen vor Ort waren sich einig, dass eine enge Zusammenarbeit zwischen Banken und Fintechs langfristig erfolgsversprechender ist. Beide Seiten profitieren dabei:
- Innovation ohne Umwege: Statt das Rad neu zu erfinden, können Banken auf bestehende Fintech-Lösungen zurückgreifen und neue Angebote schnell an den Start bringen.
- Erweiterte Reichweite: Durch Kooperation mit bereits gut positionierten Fintechs erreichen Banken neue Zielgruppen – vor allem im KMU-Bereich.
- Bessere Kundenerlebnisse: Banken punkten mit Vertrauen, Kapital und regulatorischem Know-how; Fintechs hingegen mit benutzerfreundlichen Lösungen und schnellen Entwicklungszyklen.
Dr. Ampenberger weist außerdem darauf hin, dass KMUs längst nicht nur klassische Finanzprodukte wollen:
„Meiner Ansicht nach ist die passende Finanzierung der erste Schritt. Aber ebenso wichtig sind administrative Aufgaben, die enorm viel Zeit kosten. Wenn Banken hier helfen, wäre das ein großer Gewinn. Zuerst Finanzierung, dann Komfort und Entlastung über die reinen Finanzthemen hinaus – so könnte die Bank von morgen aussehen.“- Dr. Markus Ampenberger
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Auch unsere Gründerin Miriam Wohlfahrt betont:
„Bankenprodukte sind keine isolierten Angebote mehr – sie sind Teil einer technologiebasierten Wertschöpfungskette. Ich empfehle Banken, sich auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren und für alles andere Partner ins Boot zu holen. Unsere Kooperation mit der HypoVereinsbank ist ein perfektes Beispiel dafür.“ -Miriam Wohlfahrt
HVB FlexFinanzierung
Ein gutes Beispiel für eine gelungene Zusammenarbeit zwischen Bank und Fintech ist die HVB FlexFinanzierung powered by Banxware, ein gemeinsames Produkt von der HypoVereinsbank (HVB) und Banxware, das im Dezember 2024 angekündigt wurde. Hier treffen das Know-how und Renommee einer etablierten Großbank auf die moderne Technologie und Geschwindigkeit eines Fintechs:
- Kreditrahmen: 250.000 bis 5 Mio. Euro – deutlich mehr als Banxwares bisheriges Limit von 250.000 Euro.
- Gebündelte Stärken: Während die HVB regulatorisches Expertenwissen und eine große Kundenbasis in die Partnerschaft bringt, liefert Banxware flexible digitale Lösungen.
- Rascher Marktzugang: Anstatt selbst aufwändig neue Strukturen zu entwickeln, greift die HVB auf Banxwares Lösungen zurück.
Martin Brinckmann, Head of Small and Medium Corporates at HypoVereinsbank, blickt optimistisch in die Zukunft:
„Ich denke, Embedded Finance wird weiter wachsen. Kund*innen werden immer häufiger über Plattformen agieren und dort auch Finanzierungen nachfragen – das Segment Embedded Lending wird also zunehmen. Banxware und HVB sind dafür ideal aufgestellt, um hier eine führende Rolle einzunehmen.“ -Martin Brinckmann
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Handlungstipps für Banken
Wie solltest du als traditionelle Bank nun vorgehen, wenn du Embedded Finance in deine Strategie einbinden willst? Die Panel-Teilnehmenden waren sich einig: Eine klare Bestandsaufnahme ist der erste Schritt. Was gehört zum Kerngeschäft und was sollte besser gemeinsam mit Partnern entwickelt werden? Konkrete Ansatzpunkte:
- Kernkompetenzen definieren
Welche Fähigkeiten und Produkte sind bei dir gut aufgehoben, und wo lohnt sich eine externe Unterstützung? - Partnerschaften eingehen
Suche nach Fintechs, die deine Stärken ergänzen oder vorhandene Lücken schließen – besonders, wenn du KMUs gezielt ansprechen möchtest. - Den KMU-Alltag vereinfachen
Finanzierungen sind nur ein Teil. Wer auch bei Bürokratie, Buchhaltung und Steuern hilft, schafft echten Mehrwert und stärkt die Kundenbindung.
Fazit: Zwei Seiten einer Medaille
Wenn es um Embedded Finance geht, kannst du als Bank entweder den Konkurrenzweg einschlagen oder die Chancen der Zusammenarbeit nutzen. Die Stimmung auf dem Embedded Finance Review Meetup in Frankfurt war dabei ziemlich eindeutig: Wer mit Fintechs kooperiert, fährt langfristig auf der Erfolgsspur. Dadurch erreichen Banken neue Kundengruppen, bieten ein überzeugenderes Kundenerlebnis und bleiben wettbewerbsfähig in einem Markt, der sich ständig wandelt.
Ein Blick auf die HVB FlexFinanzierung zeigt, wie zukunftsweisend solche Partnerschaften sein können. Hier verschmelzen Bank- und Fintech-Kompetenzen, um eine neue Ära des Bankings einzuleiten.
Du willst mehr über Embedded Finance erfahren oder überlegst, wie eine Zusammenarbeit mit Banxware aussehen könnte? Meld' dich gerne bei uns, um über Kooperationsmöglichkeiten zu sprechen.